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wandcollage aus zeitungspapier, bauhaus dessau (zum bauhausfest: 5.+ 6.9.2014)



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wir alle bewegen uns. dabei handeln wir meist zielgerichtet. wohin bewegen wir uns? was soll unsere aufgabe sein? was können wir alle als große gruppe bewirken? bewegen wir uns gemeinsam in eine richtung oder voneinander weg? wonach bücken wir uns, was schieben wir vor uns her? als einzelne_r und als gemeinschaft.


indem ich die menschen (durch ausschneiden) den kontexten entziehe, in dem sie sich gewöhnlich befinden, und so das ziel, auf das sie gerichtet sind, freilasse, entsteht auch die möglichkeit, dieses neu zu definieren und zu hinterfragen. ich abstrahiere die menschen und füge sie neu zu einer einheit / gemeinschaft zusammen.


konkrete figuren werden vom abbild zum sinnbild.


tanz kann auch als optische abfolge von bewegungen und, starrer, zeitloser: als posen beschrieben werden, die wir als einzelbilder nacheinander wahrnehmen.


„dancing to me is movement - people moving in time and in space.“ (merce cunningham)


durch das umherblicken des auges auf der oberfläche der wand entsteht aus der collage eine bewegungsabfolge, indem die einzelnen bewegungen zeitlich aufeinander folgend gesehen werden. ich habe dabei nicht die funktion einer choreografin, die die bewegungen bestimmt, sondern arbeite dokumentarisch mit den von den menschen selbst hervorgebrachten alltäglichen bewegungen. interessant ist nicht nur die messbare physis des menschen, sondern auch „sein geistiges, seelisches ausmaß, das in (s)einem körper wohnt“ (schlemmer, 1930) menschen sind zugleich subjekte, hauptakteure und einzelteile einer gemeinschaft. biologische organismen und handelnde, fühlende, denkende.


kleine menschen sind in ihrer darstellung meist auch modelle für die realität (z.b. zeichnungen / entwürfe zum triadischen ballett), so wie umgekehrt echte menschen immer nur kleiner dargestellt werden, als sie tatsächlich sind (fotos). schlemmer, gropius, stölzl und co kennen wir nur noch durch ihre arbeiten, texte, erzählungen dritter oder wir erkennen sie auf fotos. dort erscheinen sie in einer kleinheit von wenigen cm körperhöhe. ihre damalige gestalt, ihre haltung und gestik sind verloren.